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Alle Pumpen laufen in letzter Sekunde!

Die zwei glücklichen Mitarbeiter
Die zwei glücklichen Mitarbeiter

(bez)  Um 6:30 Treffen wir uns mit den Witwen und dem Hauptpfarrer. Sie Berichten uns über ihre Tätigkeiten und Probleme im letzten Jahr. Sie haben mit einem Teil vom Geld welches sie letztes Jahr erhalten haben eine Kuh gekauft welche auch schon ein Kalb geboren hat. Wir erzählen ihnen was über das Wasserprojekt und wieso des Wasser was kostet. Sie haben jetzt einen Diamanten erhalten auf den sie gut aufpassen müssen damit er seinen Wert (Nutzen) erhält. Sie Bezahlen für einen 25 Liter Bidon einen Gegenwert von 12.5 Rappen. Wenn wir dies auf einen Kubikmeter (1000 l) hochrechnen sind dies 5 Fr. Jetzt kann jeder selber schauen wieviel er an seinem Wohnort bezahlen muss für einen Kubikmeter. Der Preis entspricht hier dem Landesüblichen Standard. Mit dem Geld bezahlen sie den Unterhalt, Arbeiterinnen bei der Wasserstelle, Ersatzteile und Erweiterungen der Wasserversorgung. Am Schluss übergeben wir ihnen wieder eine Spende für ihre Weiterentwicklung. Nach dem Morgenessen gehen wir noch schnell zum Reservoir. Es ist nun Voll und das Wasser kommt beim Überlauf raus. Die Leute steigen ins Loch und füllen ihre Bidons mit dem Wasser des Überlaufes. Als die Leute uns sahen, wollten sie schon Wasser aus den Wasserhähnen haben. Es gab ein riesen Chaos und wir sagten, dass dies so nicht gehen kann. Der Pfarrer sollte sie über eine geordnete Wasserentnahme instruieren und ihnen sagen, dass es für Alle genügend Wasser hat. Wir sagten, dass es noch kein Wasser gibt bevor die Wasserhähnen fixiert sind. Anschliessend geht es zum letzten Mal mit unseren vier Verantwortlichen für den Unterhalt des Pumpensystems und dem Direktor Hugo Mbote runter. Diese vier sind auch unsere Wunschkandidaten gewesen. Wir sind erleichtert, dass sie nun die Verantwortung für den technischen betrieb der Anlage übernehmen. Wir versuchen mit Hochdruck auch noch die letzte Widderpumpe zum laufen zu bringen. Zuerst mussten noch einige Verschraubungen wegen Undichtigkeiten nachgezogen werden. Das grösste Problem war das füllen der zwei Blasenspeicher mit Luft. Ein Ventil machte Probleme und der Ventilanschluss der Velopumpe konnte das Ventil teilweise nicht öffnen. Wir mussten viel Improvisieren und Teile im Dorf suchen lassen. Während der Wartezeit zeigten wir ihnen was nach unserer Abreise noch Alles fertiggestellt werden muss und wie die Unterhaltsarbeiten aussehen. Um 13 Uhr konnten wir dann auch die dritte Pumpe ohne Probleme starten. Ich versuchte sie noch ein wenig zu optimieren. Die obere Quelle liefert im Moment so viel Wasser, dass Sie die zwei Schlumpfwidder gerade mit genügend Wasser beliefern kann. Den Weinmannwidder wird im Moment theoretisch nicht benötigt. Wir erleben wieder einmal einen Glücksmoment mehr in diesem Projekt nach so vielen Dämpfern und Schwierigkeiten. Wir sind Alle sehr glücklich und jubeln vor Freude. Im Dorf merkt man von dem aber nichts. Fluchtartig machen wir uns auf den letzten Aufstieg da es an der Wasserstelle auch noch Arbeit gibt. Kurze Pause mit einem Getränk. Wir stellen das Material für die nächste Arbeit zusammen und stellen fest, dass Mischdüsen für den Leim fehlen. Wir finden sie nirgends. Wir lassen die Einheimischen suchen, da sie diese versorgt haben. In der Zwischenzeit fangen wir mit packen an. Nach längerer Zeit finden sie diese Düse und wir können auch noch diese Arbeit abschliessen. Die vier Wasserhähnen mussten mit zwei Brieden und Gewindestangen an der Mauer fixiert werden. Wir reinigten noch die Wasserstelle und nun wollten wir die Wasserstelle für die Öffentlichkeit eröffnen. Als wir soweit waren gab es wieder ein riesen Chaos. David konnte durch seine Intervention dem Chaos nach einer Minute ein ende setzen. Er vertrieb alle Personen von der Wasserstelle und stellte mit ein paar Helfern alle Bidons die auf einem Haufen lagen in vier Einerkolonnen auf. Nun durften vier Frauen je einen Wasserhahnen bedienen und eine Frau durfte den Wasserhahnen öffnen. Dies war um 15:22. Nun war unsere Arbeit vollendet und wir konnten uns an das Packen machen. Alle warteten geduldig auf mich bis ich meine vielen Sachen gepackt hatte und auch die Küchenutensilien für ein nächstes mal mit Elisabeth eingepackt waren, ging ich nochmals zur Wasserstelle. Diese wurde nach gut zwei Stunden geschlossen. Es wurden in dieser Zeit 6400 Liter Wasser entnommen, welches 256 25 Liter Bidons entspricht. Es gab aber auch viele kleinere Bidons. Ich schätze, dass gesamthaft über 400 Gefässe gefüllt wurden. Zurück lief ich auf Nebenwegen bei einfachen Häusern vorbei wo ein Mann gerade ein Hemd nähte eine Frau ihr Kind stillte und eine Weitere Frau den Maniok stampfte und siebte. Dies war für mich ein schöner Abschluss und die Leute waren sehr glücklich und bedankten sich. Zurück in der Unterkunft assen wir noch was bevor wir nach einem Gebet vom Dorfpfarrer um 18.15 abfuhren. Unterwegs, es war schon Dunkel riefen sie in den Dörfern wo wir nie waren immer wieder «Hallo David». Die reise verlief ohne Probleme ausser, dass es wie üblich hier einfach anstrengend ist auf solchen holprigen «Strassen» und erst noch bei unserer Müdigkeit. Um 23:50 sind wir in Kasongo-Lunda und gehen ohne unser Gepäck, welches wir auf dem Gepäckträger lassen ins Zimmer und legen uns hin.

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Kommentare: 1
  • #1

    Martin Egli (Montag, 25 Februar 2019 11:42)

    Lieber Bernhard, lieber David
    Herzliche Gratulation Euch und der ganzen Equipe zu dem grossartigen Erfolg und der Belohnung für Euren unermüdlichen Einsatz!
    Wir sind erst gestern (24.2.) aus den Ferien zurückgekehrt und hatten zwischenzeitlich nicht mehr die Möglichkeit, die Weiterentwicklung der Arbeiten zu verfolgen.
    Gute Erholung und gutes Wiedereinleben!
    Martin und Claudia Egli