Quel aventure!

(sé) Berhard schrieb am 1. August :

Liebe Alle Gestern waren wir noch in Wamba-Luadi im Gottesdienst. Anschliessend stiegen wir zu einer 200 Meter tiefer gelegenen Quelle. Diese ist kleiner als jene in Matamba Solo. Das Spital und die Hanswerkerschule besuchten wir ebenfalls. Wir waren sehr beeindruckt von der Einfachheit. Um 16 fuhren wir wieder Richtung Matamba-Solo ab. Unterwegs sagte der Fahrer bei einem mittelgrossen Dorf, dass er noch Diesel benötige, da im Tank zu wenig ist. Da die Organisation von Diesel hier nur über Beziehungen geht und die nächste Tankstelle über 300 km entfernt ist, kann dies länger dauern. Der Chef sagte, wir haben keine Zeit wir sollen losfahren. Um 18:30 blieben wir im Sand bei Dunkelheit stecken. Zu Fuss liefen wir 30 Minuten bis zum nächsten Dorf wo wir auf das Auto und die zwei Besatzungsmitglieder warteten. Die Bevölkerung brachte uns Stühle und Getränke. Mit der Zeit brachte jemand Glut um ein Feuer zu entfachen. Der Sternenhimmel mit den Sternschnuppen war wunderbar. Das Auto kam um 21 Uhr bis 100 Meter vor das Lagerfeuer und blieb dann ohne Diesel auf der "Strasse" stecken. Die Einheimischen versuchten aus dem 13 km entfernten Matamba-Solo einen Kanister Diesel zu organisieren. In diesem Dorf funktionierte zwischendurch die Telefonverbindung. Als nach 22 Uhr noch niemand mit dem Kanister kam und es kalt wurde, gingen wir Weissen zum Auto um uns Auszuruhen. Als wir beim Auto ankamen, ruhte sich der Boychauffeur schon auf der Motorhaube aus. Er hatte einen sehr anstrengenden Tag, weil er immer wieder Äste abhacken musste damit das Auto durch den Sand kam. Anschliessend lief er dem Auto hinterher um noch aufspringen zu können. Zu zweit versuchten wir auf dem Beifahrersitz zu schlafen. David, der Chauffeur und ein Huhn versuchten dasselbe hinten auf und neben dem Gepäck (Koffer, Zement, Nüsse, Früchte ....) auf der harten Querbank. Elisabeth bekam noch starke Blasenschmerzen und musste oft ins Freie um Wasser zu lassen. Nach einem Stossgebet, war sie um 2 Uhr wieder Schmerzfrei. Die Restlichen fünf Insassen verbrachten die Nacht auf einem Stuhl am Feuer. Wir waren alle froh, als es um 6 Uhr Tag wurde. Es war für alle eine schreckliche Nacht. Um 6:15 kam endlich jemand mit dem Kanister auf dem Kopf. Er musste 10 km zu Fuss zurück legen, weil der erste Töff welcher uns den Kanister bringen sollte nach kurzer Zeit eine Panne hatte. Er konnte noch wenden und einen zweiten Töff organisieren. Der Leiter des Gesundheitsdienstes wollte uns den Kanister selber bringen. Aber auch er blieb nach 3 km stecken und musste zu Fuss ins nächste Dorf wo er übernachtete und zwei Stunden schlafen konnte. Immerhin zwei Stunden mehr als wir. Um 6:25 konnten wir endlich losfahren und den gestrandeten Töfffahrer inkl. Töff mitnehmen. Es kamen auch noch andere Personen mit, so dass hinten zwischenzeitlich neun Personen waren. Auf der ganzen Fahrt war auch eine Teenagerin dabei welch in regelmässigen Abständen während der Fahrt zum Fenster aus brechen musste und hinten für grosse Aufregung sorgte. Als der Töff aufgeladen war, sprang der Motor vom Auto nicht mehr an. Bei der Batterie war ein Kabel abgebrochen welches Dank Schweizermesser wieder notdürftig repariert werden konnte. Ein Kilometer weiter mussten wir warten weil das Auto vor uns stecken geblieben war. Zusammen wurde ein neuer Weg im Wald freigelegt. Die letzten zwei Kilometer verliefen ohne Probleme. Die Leute haben letzte Nacht bis um 2 Uhr auf uns gewartet um uns noch zu verköstigen. Als erstes nahmen wir eine Kübeldusche. Sie wollten uns das einheimisch z'Nacht als z'Morgen aufstellen. David opponierte zum Glück. Elisabeth zeigte ihnen wie ein Rührei mit Zwiebeln zubereitet wird. So konnten wir ein für uns herrliches z'Morge mit Brot, Rührei und Avocado einnehmen. Heute ist zum Glück hier wie auch bei euch ein Ruhetag. So können wir uns gut ausruhen. Der Lastwagen ist leider immer noch nicht eingetroffen. Ce la vie en Afrique. Uns ging es sobald wir ausgeruht waren wieder sehr gut, mit einer Erfahrung reicher, die wir sicher nicht wiederholen möchten. Aber hier im Kwango ist alles möglich. Unsere Rückreise nach Kinshasa kann nicht wie geplant mit dem Flieger statt finden, da die MAF für diese Zeit nur ein Flieger mit einer Kapazität von 300kg hat. Da wir voraussichtlich fünf Personen sind mit Gepäck, reicht dies nicht. Aus diesem Grund werden wir die Rückreise vom 9.8.16 wieder mit dem Auto bewerkstelligen. Herzliche Grüsse Bernhard & Elisabeth und David

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